Angefressen: Plage am Basilikum

Seit drei Jahren sind mein Basilikum (die untere Blätterreihe im Bild) und ich angefressen.

fünf angefressene Blätter, obere Reihe: zwei Fliederblätter mit halbkreisförmigen Fraßspuren außen, unten drei Basilikumblätter mit größeren Fraßspuren auch innen im Blatt
So sehen viele Blätter in meinem Garten aus. Schnecken sind es nicht, die hier knabbern …

Sobald ich im Sommer einen Topf auf die Terrasse stelle, lässt es sich ein Übeltäter schmecken. Ich hatte zuerst Schnecken im Verdacht, doch denen ist der Weg auf unsere Hoch-Terrasse wohl doch zu weit und zu steil. Der fachkundige Berater in unserer Lieblingsbaumschule wusste gleich, was Sache war. Und er hatte recht: Eines Abends erwischte ich die Blattknabberer auf frischer Tat im Topf-Untersetzer.

Blattreihe mit drei angefressenen Basilikumblättern, unten rechts in der Bildecke flieht ein Ohrwurm
Der Übeltäter flüchtet, denn er mag kein Licht

Es sind Ohrwürmer, die die weichen Blätter vom Supermarkt-Basilikum sehr zu schätzen wissen. Wie auch die Blüten von Clematis, Rosenknospen und offenbar selbst die harten Blätter des Flieders (im Bild oben).

Wikipedia sagt zum Ohrwurm als Schädling: „Der Gemeine Ohrwurm ist ein Allesfresser und gilt als Nützling, er frisst zum Beispiel Blattläuse oder Schmetterlingsraupen. Er ist aber auch ein Schädling, wenn er weiche Pflanzenteile anfrisst, wie die Blüten.“ Ein Buch über Rosenschädlinge sagt zum gleichen Thema: „Es ist dies ein Schädling, welcher in einem Garten […] plötzlich verheerenden Schaden anrichten kann. [… ] Dieser kann bei starkem Auftreten ganz bedeutend sein. Vor allem sind die jungen, zarten Nebenblättchen, Blätter und die noch ganz feinen Knospen die Opfer des Ohrwurms.“

Meine Ohrwürmer und ich – das wird keine Liebe mehr

Die Ohrwürmer lieben auch unseren Briefkasten und lassen sich mit der Tageszeitung gerne auf den Frühstückstisch tragen *schüttel*. Oder sie kommen durch die offene Terrassentür herein und suchen das naheliegendste Feuchte auf: das Geschirrhandtuch *igitt*. Mein Verhältnis zu den unsympathischen Tierchen ist deshalb ein klein wenig angespannt.

Lange rätselte ich an der Frage herum, warum die Ohrwürmer bei uns gnadenlos zuschlagen, bei unseren Nachbarn, die Luftlinie fünf Meter weit weg sind, aber nicht. Inzwischen habe ich einen Verdacht: Wir haben viel mehr Holz im Garten, und das lieben die Ohrkneifer – vor allem wenn es feucht ist und Schatten bietet. Und davon haben wir mehr als genug: zwei Holzterrassen, Umrandungsbretter am Gemüsebeet, Holzgestelle für Rankgewächse, einen Holzzaun.

Eine zündende Idee zur Bekämpfung der Ohrwurm-Plage ist mir noch nicht gekommen, mit Chemie will ich im Garten nicht hantieren, und Einfangen funktioniert auch nicht, weil die Viecher verdammt schnell sind. Ich werde es demnächst mit der Methode versuchen, die in Biogarten-Ratgebern gerne zur Ansiedlung von Ohrwürmern empfohlen wird: umgedrehte Töpfe mit Holzwolle füllen. Die werde ich dann regelmäßig ausschütteln und den zappelnden Inhalte weit, weit wegbringen, vielleicht in einen Hühnerstall …

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *