Die 10 besten Tipps gegen Unkraut

Was Unkraut ist und was nicht, das bestimmen Sie. Wenn Sie beobachten, dass sich im Garten etwas Grünes schnell und unkontrolliert ausbreitet, schwer zu entfernen ist und anderes verdrängt, dann rücken Sie ihm zu Leibe. Auch wenn es Maiglöckchen sind! Ob Sie es Unkraut oder Wildkraut oder grünes Zeug nennen, bleibt dabei ganz Ihnen überlassen.

Tipp 1: Der richtige Zeitpunkt

Wenn Sie es sich aussuchen können, jäten Sie, nachdem es geregnet hat. Die Erde ist schön locker und Sie können das Unkraut leichter rausziehen. Außerdem duftet es im Garten frisch und klar, und das macht mehr Spaß, als von trockenen Staubwolken umgeben zu sein (Sandboden) oder sich durch steinharten Lehm zu graben. Was die Unkräuter selbst angeht: Jäten Sie, bevor das Unkraut blüht! Sind die Samen erst einmal ausgereift und durch die Gegend geflogen, wissen Sie, was demnächst auf Sie zukommt.

Tipp 2: Das richtige Werkzeug

oben: spitze Hacke mit armlangem Holzstiel und schmiedeeisernem, spitzen Kopf, unten: Unkrautstecher mit rotem Griff
Unverzichtbar für die Wilden Möhren: ordentliches Gartenwerkzeug zum Unkrautjäten

Jeder hat sein Lieblingswerkzeug zum Jäten. Im Wilde-Möhren-Garten jäte ich im Sitzen, um möglichst nah am Geschehen zu sein, und benutze einen Unkrautstecher für tiefwurzelnde Pflanzen wie Löwenzahn und Schachtelhalm. Mein allerbestes Universalwerkzeug aber ist eine Art kleine, spitze Hacke mit langem Stiel, die ich in England gekauft habe. Sie verlängert den Arm, sodass man auch das Unkraut unter Sträuchern erwischt. Mit der scharfen Kante kann man auch schnell mal eine Ranke abhacken, wenn die Gartenschere gerade woanders liegt. Und mit dem spitzen kleinen Keil kann man ganz sanft in dichtwachsende Stauden gehen und die Unkrautwurzel, die dazwischen wächst, anlupfen und rausziehen.

Tipp 3: Keine Lücken lassen

saftig-grünes, dichtes Staudenbeet mit Gedenkemein, Waldmeister, Storchschnabel, Astilbe, blühenden Tulpen und Blättern von abgeblühten Traubenhyazinthen
Da kommt kaum noch etwas durch: Staudenbeet mit Gedenkemein, Waldmeister, Storchschnabel, Astilbe, blühenden Tulpen und Blättern von abgeblühten Traubenhyazinthen

Die Beete so dicht mit Stauden zu bepflanzen, dass kein Unkraut durchkommt, spart Zeit und Nerven. Unkräuter breiten sich nämlich vor allem dort aus, wo sie kaum Konkurrenz haben. Wer im Vorgarten alle paar Meter ein Nadelgehölz setzt und dazwischen nichts, darf sich nicht wundern, wenn es überall keimt und sprießt. Mulchen hilft nur bedingt – zum einen vertragen nicht alle Pflanzen den angesäuerten Boden, der durch Rindenmulch entsteht, zum anderen muss man öfter nachstreuen, damit die Schicht immer hoch genug ist. Außerdem ist ein monotoner gemulchter Boden auch nicht jedermanns Geschmack. Da sind Stauden doch wesentlich lebendiger und vielfältiger. Ist das Beet einmal eingewachsen, müssen Sie vielleicht nur einmal vor der Wachstumsperiode mit der Hacke ran. Achten Sie darauf, dass die Stauden eine gewisse Höhe erreichen, damit sie gegen das Unkraut gewinnen können.

Tipp 4: Manches darf bleiben

Purpurglöckchen mit dunklen Blättern, das im Pflaster wächst
Manche dürfen das: einem Zufallssämling vom Purpurglöckchen gefällt es seit Jahren in der Pflasterfuge

Beim Jäten heißt es: Genau hinschauen! Es soll schon Clematis gegeben haben, die im zeitigen Frühjahr für Giersch gehalten wurde … Doch normalerweise entwickeln auch Gartenanfänger schnell ein Gespür dafür, was im Garten Ärger macht und was nicht weiter schlimm ist. Wer Kaninchen hat, lässt vielleicht die Löwenzahnblätter zum Ernten stehen und entfernt nur die Blüten, um den Samenflug zu verhindern. Und Sämlinge von Stauden sind mitunter genau das, was das Beet noch braucht, damit die letzte Lücke geschlossen ist.

Tipp 5: Überlegen, woher das Unkraut kommt

Viele Unkräuter ziehen in den Garten ein, ohne dass die Gärtnerin es verhindern kann. Vögel bringen Samen mit, im neu gekauften Storchschnabel ist ein Würzelchen unbemerkt mit in den eigenen Garten gewandert, von den Nachbarn wehen Grassamen ins Gemüsebeet. Was Sie verhindern können, sind eigene Fehler: Mähen Sie Ihren Rasen immer, bevor das Gras blüht. Werfen Sie Wurzelunkräuter und blühendes Unkraut nicht auf den Kompost – er wird nicht heiß genug, damit die Unkrautsamen absterben. Überlegen Sie, ob Sie wirklich Pferdemist auf Ihren Beeten haben wollen, mit all den Klee- und Sauerampfersamen, die von Pferden mitgefressen werden.

Tipp 6: Heißes Wasser für die Fugen

Löwenzahnrosette in der Fuge eines mit Granitsteinen gepflasterten Weges
Jetzt nur nicht anfangen zu blühen: Löwenzahn in einer Pflasterfuge
brauner, welker Löwenzahn in einer Pflasterfuge
Derselbe Löwenzahn drei Tage nach der Heißwasser-Behandlung: Da blüht vorläufig nichts

Mit am schwierigsten zu jäten ist Unkraut in Pflasterfugen. Im Wilde-Möhren-Vorgarten wachsen dort im Frühjahr Löwenzahn und Hirtentäschel in großen Mengen. Dann kommt mein Wasserkocher zum Einsatz: Ich kippe kochendes Wasser (ohne Zusatz) über die Fugen, das verhindert das Aussamen und Weiterwachsen. Und ist deutlich umweltfreundlicher als Essig oder ein Unkrautvernichtungsmittel. Achtung: Essig hat im Garten ohnehin nichts zu suchen – die Gemeinden verhängen teilweise drastische Strafen, wenn man ihn im Garten einsetzt.

Tipp 7: Keine invasiven Pflanzen in den Garten holen

Wer Minze ins Blumenbeet pflanzt, darf sich nicht wundern, wenn ihre langen Wurzeln bald das ganze Beet unterwandern. Aussamende Gräser, Stauden und Sommerblumen können leicht zur Plage werden. Deshalb am besten vorher immer gut überlegen, was man sich in den Garten holt und im Zweifel beim Fachhändler kaufen, der hoffentlich ehrlich berät.

Tipp 8: Zwischendurch ein halbes Stündchen …

dichtes Staudenbeet mit verschiedenfarbigen Akelein, dunkelroter Bauernpfingstrose, Vergissmeinnicht und anderen austreibenden Stauden
Die Höhe ist entscheidend: Sehr flache Stauden halten Unkraut nicht zuverlässig fern – Akelei und Pfingstrosen dicht an dicht schaffen das

Unkrautjäten macht nicht jedem Spaß, das ist klar. Leichter fällt es vielleicht, wenn man sich nicht zu viel auf einmal vornimmt, sondern den Garten gedanklich in kleine Abschnitte aufteilt und zum Beispiel immer nach der Arbeit ein halbes Stündchen jätet, um an die frische Luft zu kommen, sich zu bewegen und Ordnung zu schaffen. Kleine Tonschalen (mit Abflussloch!) oder wetterfeste Körbchen über den Garten verteilt, laden jederzeit dazu ein, sie zu füllen.

Tipp 9: Unkraut im Rasen bekämpfen

Wer sich nicht völlig dem Biogärtnern verschrieben hat, kann natürlich Rasendünger aufbringen, der auch Unkrautvernichter enthält. Für alle anderen gilt: Den Rasen kurz halten, in Schattenecken keine Rasenfläche anlegen, Löwenzahn und Wegerich ständig ausstechen und den Rasen regelmäßig biologisch düngen, damit die Rasenwurzeln gestärkt werden und eine Chance gegen Klee & Co. haben. Einen englischen Rasen zu wollen, ist allerdings eine der größten Herausforderungen, denen man sich im Garten stellen kann. Deshalb: Denken Sie erst gar nicht daran. Ein Gänseblümchen-Rasen ist doch ohnehin viel charmanter und robuster.

Tipp 10: Die richtige Einstellung finden

Ohne Kampfeswillen klappt es nicht mit der Unkrautbekämpfung, die entlastende Wirkung von Ringkämpfen mit Gierschwurzeln ist nicht zu unterschätzen. Andererseits: Nehmen Sie es auch nicht zu genau. In ungejäteten Ecken verstecken sich die Weinbergschnecken, die natürlichen Feinde der Nacktschnecken. Viele Vögel fressen Unkrautsamen gerne. Manche Schmetterlingsraupen ernähren sich ausschließlich von Brennnesselblättern. Gönnen Sie der Natur ein bisschen Unordnung, dann geht es Ihrem Garten gut und Sie haben endlich mal Zeit, eine Stunde im Liegestuhl das Vogelgezwitscher und den Blütenduft zu genießen. Wie die glückliche Gärtnerin aus dem Gartenplagen-Wendespiel.

Frau im Sommerkleid entspannt mit einem Buch im Liegestuhl liegend, umgeben von blühenden Stauden. Neben der Liege Gießkanne und Gartenhandschuhe

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Die letzten Sommertage im Garten nutzen – gemeinsam spielen statt Unkraut jäten!