Erde und Kompost in Hannover, Teil 3: kleinere Kompostmengen

Die Beete im Frühling düngen, dem Rasen einen Nährstoffschub verpassen, Rosen anhäufeln vor dem Winter, das ausgezehrte Hochbeet anreichern – all das kann man mit Kompost. Wir Hannoveraner haben es gut: Bei uns gibt es kostenlosen Kompost auf dem Wertstoffhof. Den brauchen wir auch, denn viele Gärten bei uns haben sehr nährstoffarme Sandböden, die für jede Humusgabe dankbar sind.

Geradeaus geht's über die Waagen zur Kompostieranlage, kleinere Mengen Kompost gibt es für Linksabbieger auf dem Wertstoffhof
Geradeaus geht’s über die Waagen zur Kompostieranlage, kleinere Mengen Kompost gibt es für Linksabbieger auf dem Wertstoffhof

In Teil 1 und 2 dieser kleinen Beitragsreihe hatte ich beschrieben, woher man größere Mengen gute Gartenerde oder Kompost bekommt, wenn man einen ganzen Garten oder ein Beet neu anlegen möchte. Wenn Sie nur ein paar Wannen oder Eimer Kompost brauchen, um im Frühjahr Ihre Beete mit frischer, nährstoffreicher Erde aufzupeppen, dann fahren Sie einfach zur Deponie nach Lahe. Dort dampft auf dem Wertstoffhof immer ein großer Haufen Kompost vor sich hin. Davon darf jeder Hannoveraner pro Tag einen Kubikmeter kostenlos mitnehmen. Am besten bringen Sie Ihre eigene Schaufel mit, sonst müssen Sie vielleicht länger auf eine warten – besonders an sonnigen Samstagen. Und auf dem Hinweg können Sie gleich Grünschnitt und andere Abfälle mitnehmen.

Der große Vorteil des Komposts von aha ist natürlich, dass man sich nicht lange im Voraus um ihn kümmern muss – man holt ihn einfach fertig ab. Und man kann sich ziemlich sicher sein, dass er nur wenige Unkrautsamen enthält, denn er wird in riesigen Kompostmieten erzeugt, die sich sicher auf über 70 °Celsius erhitzen. So hoch muss die Temperatur klettern, damit Samen absterben. Was man in diesem Kompost allerdings immer findet, sind kleine Fetzen der blauen Säcke, in denen manch ein Hannoveraner seine Grünabfälle angeliefert hat – nicht so schön, aber auch nicht wirklich schlimm. Übrigens bieten auch die Wertstoffhöfe in der Region hin und wieder diesen kostenlosen Kompost an.

Bei Ihrem Kompost zu Hause bestimmen natürlich nur Sie, was drin ist.  Wichtig ist, dass Sie nur geeignetes Material draufwerfen: Grünschnitt ohne Samenstände, Obst- und Gemüsereste, Eierschalen, Pappschälchen von Erdbeeren, Kleintierstreu in kleinen Mengen, dünne Schichten Grasschnitt, Grassoden (mit der Unterseite nach oben), verblühte Blumensträuße, Eierschalen und alles, was sonst gut verrottet, keine Schadstoffe enthält und keine Ratten anzieht. Ein paar Beispiele dafür, was nicht drauf darf: Gekochtes, Fleisch, dicke Schichten Gras (die würden nur faulen), Katzenstreu, Schalen von Zitrusfrüchten (verrotten nicht), Kartoffeln (die fangen an zu keimen und wachsen dann auf Ihrem Kompost). Ein toller Kompostbeschleuniger und super Dünger ist Pferdemist. Allerdings muss man damit rechnen, sich damit zusätzliche Unkrautsamen in den Garten zu holen.

Kompost wird von einer Hand mit Schaufel durch ein Kompostsieb in eine Schubkarre geworfen
Durchs Sieb gleich auf die Schubkarre: unser reifer Kompost

Im Wilde-Möhren-Garten funktioniert das Kompostieren nicht nach strengen Regeln, sondern danach, wie wir Zeit und Lust haben, uns darum zu kümmern: Wir haben drei Kompostbehälter, einen mit frischem Abfall, einen, der schon umgesetzten Kompost enthält und einen mit fertigem Kompost. Wenn wir den fertigen Kompost verwenden, setzen wir gleichzeitig den frischen um. Das heißt, wir nehmen das, was  zuoberst liegt, mit der Grabegabel auf, werfen es in den frei gewordenen Behälter – vielleicht noch mit ein bisschen Kompostbeschleuniger dazwischen – und machen so weiter, bis die unterste, schon angerottete Schicht im neuen Behälter obendrauf liegt. Dann müssen wir nur noch warten und vielleicht in Hitzeperioden mal ein bisschen gießen. Und in wenigen Monaten ist der Kompost so weit, dass wir ihn durchsieben und verwenden können. Dass der Kompost richtig reif ist, erkennt man an seiner Struktur – er sieht dann wirklich aus wie schöne, dunkle Erde – und daran, dass er kaum noch Regenwürmer enthält. Die halten sich lieber nebenan im halbverrottenden Grünzeug auf.

Ausschnitt Hochbeet mit Petersilie, Salat und Schnittlauch
Im Frühjahr wird das Hochbeet, wenn nötig, mit unserem eigenen Kompost angereichert

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